March 30th, 2012

hypochonderfutter

menschen sind keine einheiten, sondern vielheiten. nur dann kann man sich dem gefühl entziehen, dass der aufenthalt in einem raum zusammen mit anderen eigentlich unmöglich ist. denn laut einem artikel im magazin telepolis versprüht ein mensch ständig millionen von bakterien. in der regel nehmen wir das als fremdkörper wahr. sind sie aber nicht. sind teil der symbiose, die mich, dich, uns ausmacht, bildet, ist. bleibt nur die frage: wenn ich so vieles bin, wer hat dann dieses posting geschrieben?

March 18th, 2012

Lizenz zum Lesen

Das merkwürdige an Ebooks ist, dass sie nicht mehr materialiter in Deiner Hand liegen. Speicherung und Übertragung sind nicht an den Transport von gedruckten, gebundenen Seiten gebunden. Der Text ist nicht mehr an ein Objekt gebunden. Auf eine Art ist das die Verwirklichung des autoritären Phantasmas vom Geist, das für die zweite Hälfte des Gutenbergzeitalters das Einkommensmodell von Autoren, Verlagen, Buchhändlern garantierte – der gleiche Text kann unzählbar oft verkauft werden, bleibt dabei identisch mit und dennoch verschieden von dem einen, autorgebundenen Urtext.

Gegen den Verkauf nicht autorisierter Ausgaben entwickelte sich das Urheberrecht. Die Möglichkeit des Kopierens aber blieb. Dennoch blieb gegen die Vorstellung vom geistvollen (gespenstischen?) Text in dieser alten Bücherwelt ein materieller Überschuss, nämlich das Buch als konkreter Gegenstand. Im Buchladen kaufst Du ein Buch, das durch diesen Akt in Deinen Besitz übergeht. Und deshalb kannst Du mit diesem Gegenstand auch alles machen, was nicht das Urheberrecht (oder andere Gesetze) verbieten. Du kannst es zerschneiden und neu zusammensetzen, Du kannst alle Seiten schwarz malen oder weiß oder bunt, Du kannst es als Anzündhilfe für den Kamin verwenden oder zum Pressen von Herbstblättern. Du kannst es auf einen Regalstapel stellen, bis eine Freundin es dort findet, der Du es ausleihst. Und die gibt es vielleicht an einen gemeinsamen Freund weiter und das Buch wandert von dort aus zum nächsten. Oder Du vergisst das Buch und zehn Jahre später willst Du Platz schaffen in Deiner Wohnung, die inzwischen voller Bücher ist, und trägst das Buch zum Antiquariat.

Ebooks kann man nicht stapeln, und auch sonst gehen einem ebook die physischen Eigenschaften eines Buchgegenstands ab. Und diesen Wegfall der Materie haben sich die Produzenten und Verkäufer von ebooks zunutze gemacht. Denn ebooks kann man zwar kaufen. nur verkaufen kann man sie nicht. Beim Erwerb eines ebooks erwirbt man zur Zeit, wenn auch vielleicht das wichtigste, so doch: nur eins: eine Lizenz zum Lesen.

(Etwas besser strukturiert und mit Hinweisen zu den halb vorhandenen Regelungen: ein Artikel zum Problem bei irights.info.)

March 7th, 2012

promo!

Der Graph stürzt steil nach unten, keiner kauft mehr das Virusbuch. Egal! Bis zum 10.3. muss es auch keiner kaufen, denn es geht kos-ten-los durch die Glasfaserkabel auf Dein Lesegerät – Check out my other outlet at smashwords.com!

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February 19th, 2012

forschung auf eis

tagesschau.de berichtet, dass inzwischen die WHO die Forschung am H5N1-Virus – also der Vogelgrippe, die auch zur Pandemie geführt hat, die Vorlage für meinen Virus-Thriller war – ‘gestoppt’ habe. Im Artikel wird dann aber klar, was das bedeutet. Die WHO hat nämlich gar keine Möglichkeit, diese Forschung per Anweisung zu stoppen. Der Film, der in den Beitrag eingebettet ist, macht dann auch klar, dass die Forscher, die die Mutation des Virus herbeigeführt und dokumentiert haben, ihre Ergebnisse jetzt trotz der verschiedentlich geäußerten Wünsche, diese Ergebnisse zurück zu halten, veröffentlichen wollen.
Thrillertechnisch ist die ganze Sache natürlich interessant, weil hier alles, was man dafür braucht, mir rein spielt – gefährliche Forschung, Biohazard, militärische Interessen, das heißt Biowaffen, Angst vor Terrorismus und schließlich, am wichtigsten, die Furcht vor einer neuen Pandemie, die aufgrund der möglichen selbständigen Anpassung des Virus an den Menschen tödlicher würde als die vergangene.

February 6th, 2012

commercial is fun

I do the writing just for fun. It’s the joy of fabulating, making things up, following the thrill of a developing narrative, and following the characters on their ways through trouble, joy, freedom and doom.

But then, it’s also fun to play with the publishing instruments and it’s interesting to kind of follow the circulation of my work. Until now, about 150 copies of the Virus-Thriller have been sold. And I have written a little script in order to produce a beautiful graphic representation of this. The line is like drama – ups and downs, steep falls into the abyss, and afterwards the climbing to heights never reached before. Just like trying to make sense of the noise and to filter this story out of the babbling of the market, and produce this thin red line, growing on and on over the dotted net of numbers, transforming the silent whispers of my readers reading the book into that visible trace. Yes, let’s keep in contact.

look at the graph

Right now, I am working on my next piece of text which should be online in about two months. Please register for review-copies! – which will be sent out shortly before the public appearance of the book.